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Am Tag danch...

Ein Gefühl der Einsamkeit machte sich breit, als ich zum Ende des Parteitages in mein Hotelzimmer zurückkam. Nach 36 Stunden intensivster Arbeit mit knapp eintausend Delegierten und Gästen des Bundesparteitages der LINKEN herrschte plötzlich wieder Ruhe. In minutenschnelle leerte sich die Halle, während die Crew schon die Bühne zerlegte, um die Halle wieder in den leeren Ursprungszustand zurückzuversetzen. Noch wenige Stunden, und in Göttingen ward nichts mehr gesehen vom großen Ereignis, so voll mit Dramen und Emotionen. Ich für mich kann sagen, dieser Parteitag war in seiner Form eine neue Erfahrung für mich, der intensivste der zehn oder zwölf, die ich erlebt habe. Die letzten Wochen und Monate haben ihre Spuren hinterlassen. Verletzungen, Zweifel, aber auch ein neues Selbstbewusstsein und die Gewissheit, nicht alleine streiten zu müssen, sind Dinge, die bleiben.

Offen und ehrlich debattieren!

Mit der Ankündigung seiner Kandidatur hat Dietmar Bartsch ein mittleres Erdbeben in der Partei DIE LINKE ausgelöst. Hektisch werden Erklärungen abgegeben, mal für, mal gegen ihn. Dies war zu erwarten und ist dennoch unverständlich. Noch als Gregor Gysi auf dem Bundesparteitag forderte, entweder zwei Zentristen oder eben zwei Vertreter der jeweiligen gefühlten Lager zu Vorsitzenden zu machen, denen es gelingen könnte, diese zu einen und die Partei auf die Erfolgsspur zurückzuführen, klatschen alle frenetisch Beifall. Nun hat sich ein prominenter Vertreter, der sich viele Verdienste um die Partei erworben hat, zu einer Kandidatur entschlossen und diese mit dem Projekt verbunden, die Partei und ihre Mitgliedschaft wieder stärker in Entscheidungen einzubinden. So what? Ist es nicht zu begrüßen, das die Personalfindung aus den Hinterzimmern heraus in die Partei getragen wird? Ist es nicht ein Zeichen von Stärke und Offenheit, wenn jemand ohne das Ergebnis vorher zu kennen für seine Positio...