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Kurz vor dem Parteitag in Göttingen - Ein Beitrag von Dominic Heilig

Nur noch wenige Tage bis zum Parteitag der Partei DIE LINKE in Göttingen. Und die Personaldebatten laufen weiter. Das Positive: Es melden sich immer mehr, die sich vorstellen können, es zu machen. Viele sind darunter, die kandidieren, um der Partei ein inhaltliches Angebot zu unterbreiten. Viele kandidieren, in dieser unbestritten schweren Situation für die Partei, um zu helfen, den Mitgliedern wieder Mut zu machen und mit neuen Ideen alten Idealen wieder zu noch nicht ganz vergangener Stärke zu verhelfen.

Auch ich hatte vor Wochen ein solches, inhaltliches Angebot unterbreitet. Zunächst den Mitgliedern mit meiner öffentlich gemachten Bewerbung und in wenigen Tagen dann in Göttingen gegenüber den Delegierten. (mehr dazu auf dieser Internetseite oder auf www.die-linke.de)

Mir geht es mit meiner Kandidatur vor allem darum, in den kommenden Monaten die Partei wieder zu einer wissbegierigen, fragenden Partei zu machen. Einer Partei, die mit offenem Diskurs und wachen Augen auf die Menschen und die Gesellschaft zugeht. Das ist aus meiner Sicht das Hauptmako des noch amtierenden Vorstandes in den vergangenen zwei Jahren gewesen. Und weil so folgerichtig die eigenen Erfolge zu Hause ausblieben, konzentrieren sich nun – im Vorfeld von Göttingen – viele Mitglieder des Vorstandes auf andere linke Erfolgsgeschichten, wie zum Beispiel in Griechenland. Zum einen freut es mich, dass endlich – so wie ich es auch in meinem Bewerbungsschreiben formuliert hatte – der Blick über den Tellerrand gewagt wird. Auf der anderen aber, ärgert mich das instrumentelle Verhältnis einiger Vorstandsmitglieder, die Erfolge unserer europäischen GenossInnen nun strömungspolitisch für sich nutzbar machen wollen. Ganz so, als wären sie Stichwortgeber für die GenossInnen in Athen oder die Bewegung der Empörten in Madrid gewesen. Das dies nicht so war, ist Geschichte und deshalb leider längst vergessen.

Dabei halten die Erfahrungen der Izquierda Unida in Spanien, des Bloco do Esquerda in Portugal oder des Linksbündnisses SYRIZA in Griechenland viele spannende Strategien auch für uns selbst bereit. Wir müssen diese nur aufgreifen, lernen wie zum Beispiel das offene, solidarische und somit nach außen gerichtete Wort, immer auch das begeisternde ist. Die genannten Linksformationen stehen seit ihrer Gründung für einen solchen, offenen und breit angelegten Weg. Und DIE LINKE? Ja, da gab es auch mal eine kurze Periode. Diese neu zu beleben, ist nun die Aufgabe. Es muss sich vieles ändern.

Deshalb kandidiere nicht nur ich für den Parteivorstand, sondern auch mein Kollege Frank Puskarev (Bewerbungstext unter diesem Link), der für die Linksfraktion GUE/NGL in Brüssel arbeitet und einen breiten europäischen Erfahrungsschatz mitbringt. Vielleicht können Frank und ich am kommenden Wochenende die Delegierten in Göttingen von unserem Ansatz überzeugen. Dann wäre es zum ersten Mal seit zwei Jahren so, dass die gesamte außenpolitische Verantwortung nicht nur in den Händen einer einzigen Person läge, sondern auch in diesem Politikfeld unterschiedliche Stimmen, auch jüngere, zu vernehmen wären. Dies ist aus meiner Sicht ohne Zweifel eine Bereicherung für die Partei DIE LINKE insgesamt. Für diese Idee streite ich und bin für jede, solidarisch geführte Debatte offen. Einen Grundstein dafür habe ich bereits als einer der Autoren des alternativen Leitantrages gelegt.

Der Originalbeitrag ist auf dem Blog von Dominic Heilig zu finden.

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